Fünf Dinge, die Ihnen für die Website verkauft werden und die Ihr Betrieb nicht braucht

Fünf verbreitete Verkaufsargumente rund um Website, SEO und KI, geprüft an Quellen mit Datum. Und zu jedem Punkt der eine Fall, in dem es doch stimmt.

seit 7.5.2026FAQ-Darstellung in Google abgeschaltet
seit 14.9.2023HowTo-Darstellung weg, Desktop und Handy
am 15.6.2026Google löscht die FAQ-Dokumentation

Betriebe mit fünf bis fünfundzwanzig Mitarbeitenden bekommen diese Anrufe fast wöchentlich. Jemand hat die Website angeschaut, einen Punkt gefunden und kann das beheben. Fünf Argumente kommen dabei immer wieder, und alle fünf halten der Prüfung nicht stand. Zu jedem gibt es allerdings genau einen Fall, in dem es doch stimmt, und den schreibe ich dazu.

Eine Offenlegung vorweg, damit Sie die Liste einordnen können: Ich verkaufe selbst SEO, Wartung und Hosting. Was ich anbiete und wo ich meine eigene Begründung korrigieren musste, steht weiter unten.

Die fünf Punkte

  1. FAQ-Auszeichnung als Ranking-Hebel. Google zeigt diese Darstellung seit dem 7. Mai 2026 nicht mehr. Für gewöhnliche Firmenseiten war sie schon seit September 2023 weg.
  2. llms.txt, damit KI-Systeme Sie finden. Ein Vorschlag vom 3. September 2024, ohne Beleg, dass ein Anbieter die Datei auswertet.
  3. Vier Beiträge im Monat. Die Zahl ist das Versprechen. Die Wirkung hängt an etwas anderem.
  4. Präsenz auf allen Kanälen. Fünf Kanäle bedeuten fünf Redaktionspläne. Das hält ein Betrieb mit fünf Leuten nicht durch.
  5. Garantierte Platzierung bei Google. Google schreibt in der eigenen Dokumentation, dass das niemand garantieren kann.

Wenn Sie nur die Liste brauchen, sind Sie hier fertig. Ab hier steht zu jedem Punkt, was verkauft wird, was daran nicht trägt und wann es doch stimmt.

1. FAQ-Auszeichnung als Ranking-Hebel

Was verkauft wird. Wir bauen auf Ihren Seiten eine FAQ-Auszeichnung ein, dann erscheinen Ihre Fragen direkt in den Suchergebnissen, Ihr Treffer wird grösser und Sie bekommen mehr Klicks.

Was daran nicht stimmt. Diese Darstellung gibt es nicht mehr. Google hat sie am 8. Mai 2026 im eigenen Änderungsprotokoll für abgekündigt erklärt, mit dem Satz: das Merkmal erscheine ab dem 7. Mai 2026 nicht mehr in der Google-Suche. Am 15. Juni 2026 hat Google die Dokumentation dazu gelöscht, mit der Begründung, das Merkmal werde in den Suchergebnissen nicht mehr gezeigt. In der Übersicht der unterstützten strukturierten Daten taucht FAQ heute nicht mehr auf.

Für einen normalen Betrieb war die Sache sogar schon Jahre vorher erledigt. Google hat die Änderung am 8. August 2023 angekündigt und im Änderungsprotokoll vom 14. September 2023 festgehalten, dass die FAQ-Darstellung nur noch für bekannte, autoritative Behörden- und Gesundheitsseiten gezeigt wird. Eine Schreinerei im Rheintal war damit seit September 2023 nicht mehr dabei. Beim verwandten Format für Anleitungen ging es gleich zu Ende: Im selben Protokolleintrag vom 14. September 2023 steht, dass die HowTo-Dokumentation entfernt wurde, weil diese Darstellung weder auf dem Desktop noch auf dem Handy gezeigt wird.

Wer Ihnen heute die FAQ-Auszeichnung mit einem grösseren Treffer begründet, hat drei Jahre nicht nachgeschaut. Die Auszeichnung hat übrigens nie den Rang verändert, sondern nur das Aussehen des Treffers.

Wann es doch stimmt. Die Auszeichnung im Quelltext schadet nicht, und sie kostet in der Umsetzung fast nichts. Wichtiger ist der sichtbare Teil: Ein FAQ-Block, in dem eine echte Kundenfrage als Überschrift steht und die Antwort in zwei Sätzen darunter, hilft der Person, die schnell etwas nachschauen will, statt anzurufen. Und ein solcher Abschnitt ist genau das Format, das KI-Systeme gut aus einer Seite herausziehen können. Nur ist das ein Argument für gute Inhalte, nicht für ein Auszeichnungspaket auf der Rechnung.

2. llms.txt, damit die KI Sie findet

Was verkauft wird. Wir legen eine Datei llms.txt auf Ihrem Server ab. Damit verstehen ChatGPT und Perplexity Ihre Seite und nennen Sie in ihren Antworten.

Was daran fehlt. Der Nachweis. llms.txt wurde am 3. September 2024 von Jeremy Howard vorgeschlagen und beschreibt sich auf der eigenen Seite als Vorschlag zur Standardisierung, nicht als Standard. Auf dieser Seite steht auch nicht, dass eine Suchmaschine oder ein KI-Anbieter die Datei liest. Mir ist bis heute kein Beleg bekannt, dass ein grosser Anbieter sie auswertet, und ich habe keinen gefunden, der das Gegenteil zeigt. Eine Leistung, deren Wirkung niemand belegen kann, gehört nicht auf eine Offerte.

Wann es doch stimmt. Die Datei kostet ein paar Minuten und richtet keinen Schaden an. Ich lege sie auf meiner eigenen Seite an, weil es billig ist und weil es sein kann, dass sie irgendwann genutzt wird. Ich verrechne sie nicht, und ich verspreche nichts damit. Was in der KI-Suche wirklich zählt, sind übereinstimmende Angaben über Ihre Firma, klare Antwortsätze und Erwähnungen ausserhalb der eigenen Website. Das habe ich in In ChatGPT gefunden werden aufgeschrieben, und in Wann sich GEO nicht lohnt steht, für welche Betriebe sich das Thema überhaupt nicht rechnet.

3. Vier Beiträge im Monat

Was verkauft wird. Ein Abo mit einer festen Zahl Blogbeiträge pro Monat, meist zwei oder vier, oft mit dem Zusatz, dass Google frische Inhalte belohnt.

Was daran nicht trägt. Das ist meine eigene Erfahrung, keine Studie. Beiträge, hinter denen keine echte Frage steht, bringen nichts. Ich habe selbst Texte geschrieben, die niemand gesucht hat, und ich habe bei Kunden Blogs gesehen, deren letzter Beitrag zwei Jahre alt ist, weil nach dem Ende des Abos niemand mehr weiterschrieb. Beides kostet Geld und bringt keine Anfragen.

Die feste Zahl ist ausserdem ein Mengenversprechen. Sie sagt, wie viel geliefert wird, nicht ob es jemandem nützt. Bei einem Betrieb mit einem klaren Einzugsgebiet gibt es oft nur zwölf bis zwanzig Fragen, die Kundschaft wirklich stellt. Wer die sauber beantwortet hat, ist nach einem halben Jahr durch. Danach vier Beiträge im Monat weiterzuschreiben, füllt einen Vertrag, nicht einen Bedarf.

Wann es doch stimmt. Wenn hinter jedem Text eine Frage steht, die Ihnen am Telefon tatsächlich gestellt wird, und wenn jemand die Texte in einem Jahr nachführt, dann trägt das. Was kostet das, wie lange dauert das, was ist im Preis inbegriffen, wer ist zuständig, wenn etwas kaputtgeht. Solche Seiten arbeiten jahrelang, zum Beispiel die Preisfrage, die ich alle paar Monate auf den aktuellen Stand bringe: Was kostet eine Website in der Schweiz.

4. Präsenz auf allen Kanälen

Was verkauft wird. Ein Paket für Instagram, Facebook, LinkedIn, TikTok und einen Newsletter, damit Sie überall dort sind, wo Ihre Kundschaft ist.

Was daran nicht durchhaltbar ist. Jeder Kanal braucht eigenes Material, einen eigenen Ton und jemanden, der auf Kommentare und Nachrichten antwortet. Bei einem Betrieb mit fünf Leuten macht das die Chefin oder der Chef am Abend, zusätzlich zur Offertenrunde. Nach drei Monaten läuft noch ein Kanal, die anderen vier stehen halbtot online und sehen aus, als hätten Sie aufgehört. Das ist schlechter als gar kein Auftritt, weil ein Profil, dessen letzter Beitrag über ein Jahr alt ist, Zweifel weckt.

Dazu kommt das eigentliche Problem, das im Verkaufsgespräch selten vorkommt: Nicht der Plan ist der Engpass, sondern das Material. Ohne Fotos von der eigenen Arbeit hat der schönste Redaktionsplan nichts zu zeigen.

Wann es doch stimmt. Ein Kanal, auf dem Ihre Kundschaft wirklich ist, gepflegt statt vollständig. Für Schreinereien, Innenausbau und den Garten- und Landschaftsbau heisst das meistens: Bilder fertiger Arbeiten, das Vorher und das Nachher, und die Leute, die es gemacht haben. Das zieht doppelt, weil dieselben Bilder auch bei der Personal- und Lehrlingssuche arbeiten, und dort ist der Mangel bei vielen Betrieben grösser als bei den Aufträgen. Für lokale Betriebe ist der wichtigste Kanal ohnehin nicht Social Media, sondern das Google-Unternehmensprofil mit aktuellen Bildern und korrekten Öffnungszeiten.

5. Garantierte Platzierung bei Google

Was verkauft wird. Platz 1 für Ihr Hauptstichwort, garantiert, sonst Geld zurück. Manchmal auch weicher formuliert als Top-3-Garantie oder als besondere Verbindung zu Google.

Warum das nicht geht. Google schreibt es in der eigenen Dokumentation für Firmen, die eine SEO-Fachperson suchen, in einem Satz: Niemand kann eine Platzierung auf Rang 1 bei Google garantieren. In derselben Anleitung warnt Google ausdrücklich vor Anbietern, die Platzierungen garantieren oder eine besondere Beziehung zu Google behaupten. Und gleich am Anfang der Warnliste steht der Hinweis, bei Firmen vorsichtig zu sein, die unaufgefordert per E-Mail auf Sie zukommen. Genau so kommen die meisten dieser Angebote herein.

Der technische Grund dahinter ist banal: Die Reihenfolge der Treffer entsteht aus dem Vergleich mit allen anderen Seiten zur selben Frage, und die verändern sich laufend, ebenso wie Googles Bewertung selbst. Ein Anbieter kann seine eigene Arbeit zusagen, aber nicht das Verhalten eines fremden Systems und schon gar nicht das Verhalten der Konkurrenz. Wo eine Garantie trotzdem gehalten wird, hängt sie meist an einem Stichwort, das ohnehin niemand sucht, zum Beispiel am eigenen Firmennamen.

Was ein brauchbares Angebot stattdessen zusagt, sind drei Dinge: welche Arbeit gemacht wird, bis wann sie gemacht ist, und in welcher Form Sie danach sehen, was sich verändert hat. Wenn diese drei Punkte in der Offerte stehen, können Sie sie prüfen. Eine Garantie können Sie nicht prüfen, nur glauben.

Wann es doch stimmt. In keinem Fall. Was es gibt, sind bezahlte Anzeigen: Dort können Sie sich Sichtbarkeit kaufen, solange Sie zahlen. Das ist ein gekaufter Platz und kein erarbeiteter Rang, es hört am Tag auf, an dem Sie das Budget stoppen, und ehrliche Anbieter sagen genau das dazu.

Was ich selbst verkaufe, und wo ich danebenlag

Damit diese Liste nicht als Angriff auf andere gelesen wird: Ich verkaufe einen SEO-Audit für CHF 1’200 einmalig, laufende Betreuung ab CHF 290 im Monat, Wartung ab CHF 79 im Monat mit Hosting darin, Hosting einzeln für CHF 19 und Stundenpakete ab CHF 800. Beim Thema KI-Suche gibt es bei mir einen GEO-Check ab CHF 800. Alles davon ist eine Leistung mit Aufwand dahinter, keine Zusage über die Reihenfolge in einer fremden Trefferliste.

Zwei Punkte, bei denen ich meine eigene Begründung korrigieren musste. Erstens habe ich FAQ-Blöcke jahrelang auch mit der Darstellung in Google begründet. Diese Begründung ist seit dem 7. Mai 2026 hinfällig. Die Blöcke baue ich weiterhin, aber nur noch mit dem Argument, das übrig bleibt: Leute lesen sie, und KI-Systeme zitieren daraus. Zweitens habe ich Beiträge geschrieben, weil eine Themenliste sie vorsah, nicht weil jemand gefragt hatte. Die stehen heute noch online und bringen nichts. Ich schreibe inzwischen nur noch zu Fragen, die mir wirklich gestellt werden.

Drei Fragen, mit denen Sie ein Angebot prüfen

Diese drei Fragen reichen fast immer, egal ob es um SEO, KI-Sichtbarkeit oder Social Media geht.

  1. Was genau ist die Leistung, in Stunden oder in fertigen Ergebnissen? Nicht “Betreuung”, sondern: wie viele Stunden im Monat, für welche Arbeiten, und was liegt am Ende vor.
  2. Woran sehen wir in drei Monaten, ob es wirkt? Die Messgrösse muss vorher feststehen, sie muss von Ihnen nachprüfbar sein, und sie darf nicht aus dem Bericht des Anbieters allein bestehen. Anfragen und Anrufe sind besser als Klicks.
  3. Was passiert, wenn es nicht wirkt? Kündigen Sie monatlich, laufen zwölf Monate weiter, oder wird nachgebessert? Wer auf diese Frage ausweicht, hat sie sich nie gestellt.

Wenn Sie am Telefon nur eine davon stellen können, nehmen Sie die zweite.

Fazit

Vier dieser fünf Punkte sind nicht falsch, sondern falsch begründet, und in der richtigen Form haben sie ihren Wert. Der fünfte, die garantierte Platzierung, hat keinen Fall, in dem er stimmt, und Google schreibt das selbst so. Prüfbar wird ein Angebot durch Arbeit, Frist und Bericht, nicht durch ein Versprechen.

Wenn Ihnen gerade so ein Angebot vorliegt und Sie eine zweite Meinung dazu wollen, schicken Sie es mir über das Kontaktformular. Ich schaue es an und sage Ihnen, was daran trägt, auch wenn die Antwort lautet, dass Sie nichts davon brauchen. Antwort innert einem Werktag (Mo bis Fr).

Quellen

  • Google Search Central, Änderungsprotokoll der Dokumentation, Eintrag vom 8. Mai 2026 (FAQ-Merkmal erscheint ab 7. Mai 2026 nicht mehr in der Google-Suche) und Eintrag vom 15. Juni 2026 (Dokumentation entfernt), developers.google.com/search/updates
  • Google Search Central, Änderungsprotokoll, Einträge vom 14. September 2023 zu HowTo (Darstellung auf Desktop und Handy eingestellt) und zu FAQ (nur noch für bekannte, autoritative Behörden- und Gesundheitsseiten)
  • Google Search Central Blog, “Changes to HowTo and FAQ rich results”, 8. August 2023
  • llmstxt.org, Vorschlag von Jeremy Howard vom 3. September 2024
  • Google Search Central, “Do you need an SEO?”: “No one can guarantee a #1 ranking on Google”, developers.google.com/search/docs/fundamentals/do-i-need-seo

Stand: 9. August 2026.

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